Erstes Fazit: Erfolgreicher Protest gegen den AfD-Parteitag in Werl

Über 500 Menschen demonstrierten heute anlässlich des Landesparteitages der Alternative für Deutschland (AfD) in Werl gegen rassistische Hetze. Bereits ab dem frühen Morgen beteiligten sich mehr als 100 DemonstrantInnen an den Protesten gegen die AfD. Neben einer Kundgebung des Bündnisses gegen Rassismus im Kreis Soest direkt vor der Stadthalle in Werl protestierten AktivistInnen an verschiedenen Zufahrten zur Stadthalle lautstark. Immer wieder geriet die Anreise der AfD-TeilnehmerInnen trotz der massiven Polizeipräsenz ins Stocken, die AfD-AnhängerInnen wurden teilweise umgeleitet oder zogen es selbst vor, dem Protest über Umwege auszuweichen.

 

Um 11 Uhr startete die zentrale Kundgebung des Bündnisses gegen Rassismus im Kreis Soest an der Melsterstraße mit mehreren hundert TeilnehmerInnen.  Kathrin Vogler (MdB „Die Linke“) deckte falsche Versprechungen der AfD im Bezug auf die Sozialpolitik auf. Zusätzlich sprachen Dennis Deutschkämer (Landesvorstand Piraten NRW) und Michael Bruns (Ortsvorstand der IG Metall) sowie ein Vertreter der DKP.

 

Im Anschluss zog die Demonstration lautstark durch die Werler Innenstadt und wuchs dabei auf knapp 750 TeilnehmerInnen an. Die vielen mitgeführten Transparente und Schilder verdeutlichten dabei die breite Ablehnung, auf die die AfD und ihre rassistische Politik auch im vermeintlich beschaulichen Werl stieß. Bei der Zwischenkundgebung sprach Carsten Peters, Sprecher des „Keinen Meter“-Bündnisses aus Münster über den Zusammenhang von rassistischer Hetze im Internet und der steigenden Zahl von Angriffen auf Geflüchtete. Der Antifa AK Köln benannte die gesellschaftlichen Zusammenhänge, welche das Erstarken der AfD ermöglichen, und formulierte Konzepte zum Umgang mit der Partei und rassistischer Politik im Allgemeinen.

 

Die Demonstration wurde schließlich gegen 13 Uhr vor der Stadthalle in Werl nach weiteren Redebeiträgen ohne Zwischenfälle beendet. Währenddessen wurden beim Landesparteitag der AfD immer wieder JournalistInnen des Saales verwiesen, wenn sie der AfD als KritikerInnen bekannt waren. Zudem berichteten anwesende JournalistInnen, dass sie gezielt fotografiert worden seien und ihre Arbeit immer wieder gestört wurde. Hier wurde offensichtlich versucht, unliebsame Berichterstattung zu verhindern.

 

Das Bündnis gegen Rassismus im Kreis Soest zieht dennoch ein positives erstes Fazit: „Wir sind froh, dass so viele Menschen heute den Weg nach Werl gefunden haben, um der AfD die rote Karte zu zeigen,“ so Pressesprecher Sven Sladek, „wir danken allen, die mit uns gemeinsam gegen rassistische Hetze auf der Straße waren. Darauf werden wir aufbauen."

 

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